Sag doch einfach „Ja“ zu dem, was dir nicht gefällt

Wir sagen viel zu schnell „ja“ zu anderen und viel zu oft „nein“ zu uns selbst. Warum uns das so müde macht und wie ein ehrliches Ja zu den eigenen Gefühlen plötzlich alles leichter werden lässt: ein Plädoyer für mehr Selbstzuwendung statt Selbstverurteilung.

Stell dir einmal folgende Situation vor:

Du sitzt am Schreibtisch, dein Terminkalender ist proppenvoll und du jonglierst gerade deine Aufgaben, um alle Bälle in der Luft zu halten. Plötzlich ist dein Chef am Telefon. Du sollst ihn dringend aus der Patsche helfen, denn Projekt XY ist aufgeploppt – super wichtig, absolute Prio. Ehe du dich versiehst, hast du bereits zugesagt. Ein weiteres To-do kommt oben drauf. Und du ärgerst dich über dich selbst, weil du wieder nicht „nein“ gesagt hast. Nur zwei Buchstaben mehr hätten dir die Möglichkeit gegeben, heute einfach zum Yoga zu gehen. Stattdessen verbringst du den Abend frustriert am Schreibtisch.

Wenn das „Ja“ schneller ist als du selbst

Während dir das äußere Ja oft automatisch über die Lippen kommt, fällt uns das innere Ja zu uns selbst unfassbar schwer. Als hätten wir auf das Nein gegenüber uns selbst ein lebenslanges Abo abgeschlossen.

Der wahre Konflikt findet in dir statt

Wie in dem Beispiel ist es völlig normal, dass wir uns über unser Verhalten ärgern. Wir kämpfen dagegen an und, wenn es ganz schlimm wird, machen wir uns sogar selbst fertig. Wir verurteilen uns für das, was wir nicht perfekt hinbekommen, für das, was uns an uns stört. Und während wir gerne die „Schuld“ beim Chef abladen würden, übersehen wir, dass der eigentliche Kampf in uns stattfindet.

Warum Widerstand alles nur größer macht

Indem wir die Dinge, die unangenehm sind, ablehnen oder wegdrücken, machen wir sie erst recht groß. Wir geben ihnen Energie, Bedeutung, Raum – bis sie sich wie unüberwindbare Hürden vor uns auftürmen. Das ist nicht nur frustrierend, sondern vor allem wahnsinnig erschöpfend. Dieser permanente Kampf gegen uns selbst saugt Kraft, die uns an anderer Stelle fehlt. Da wundert es nicht, wenn wir uns irgendwann dauerhaft müde, überfordert und ausgelaugt fühlen.

Liebe nach innen

Anstatt beim inneren „Nein“ zu bleiben, ist jetzt dein „Ja“ gefragt. Spür hin und erlaube deinem Ärger, da zu sein. Gib deinen Gefühlen den Raum, den sie brauchen. Kämpfe nicht gegen sie an. Ganz im Gegenteil: Heiße sie willkommen. Lass sie sich zeigen – komplett. Sie gehören zu dir. Auch wenn dieser Moment des Fühlens unbequem sein kann, ersparst du dir langfristig viel größeren Schmerz. Sobald du deiner Emotionalität erlaubst, da zu sein, kann dein Körper die Situation verarbeiten.

Mehr Ja zu dir.
Mehr Nein zum Außen.

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